Kurzbesuch beim KitesurfWorldCup 2016

Der Kalender sagt, dass ich einen Spätnachmittag- und Abendtermin in Hamburg habe. Der Schreibtisch sagt: Nichts drängt gerade so sehr, dass ich den Vormittag nicht auf Fehmarn vorbeischauen könnte. Gedacht, getan. 

Morgens um 8:30 Uhr komme ich auf Fehmarn an. Von wegen Verkehrschaos wegen des KiteCups auf Fehmarn. Na ja, es war auch etwas früh ... . Der Südstrand empfängt mich bei strahlendem Sonnenschein.
Aus den wenigen Zelten und WoMos auf dem Campground (vermutlich haben sich aufgrund der horrenden Preise so wenige Leute dort eingebucht) krabbeln die ersten Kiter aus ihren Schlafsäcken. Die event-Meile schläft noch. Ein Kaffe am Strand bei strahlendem Sonnenschein und lauem Lüftchen.

Gegen halb zehn sehe ich erste bekannte Gesichter. Na ja, es sind nicht meine Bekannten. Es sind Gesichter, die ich aus Kitezeitschriften kenne. Die weltweiten Kiter-A-, B- und C-Promis geben sich ein Stelldichein. Punkt 10 ist Skippersmeeting. Open air und ganz entspannt. Man steht einfach neben den Ronaldos, Schweinsteigers und Lahms der Kiteszene und hört mit zu. Es ist noch nicht ganz klar, ob freestyle gestartet werden kann. Auf jeden Fall soll heute aber auch noch gefoilt werden. Gegen 11 Uhr dann die Ansage, dass freestyle gefahren wird. Ein heat geht durch, der zweite heat wird wegen abnehmendem Wind unterbrochen.


Und dann doch ein paar Bekannte. Echte Bekannte. Klönen, fachsimpeln, nett unterhalten bei Sonnenschein und  schwarzem Kaffee. Ansonsten ist Vieles rot: Der Hauptsponsor des KiteCups hat den Strand und das Veranstaltungsgelände mit seiner roten Produktfarbe samt Schriftzug eingefärbt. Das Blau des Himmels fasziniert mich. Das werbende Blau der Bundeswehr mitten in der Launch-Area irritiert mich. Was hat die Bundeswehr mit Kiten zu tun? Nach der Brücke von Fehmarn fehlt mir hier eine  Brücke ... .  

Dann beobachte (und fotografiere) ich sie auf dem Wasser: Die Topfahrer der Welt. Kitesurfen ist ja echt ein sehr preiswertes Hobby, was das Fan-Dasein angeht: Zahlt man für ein WM-Ticket beim Fußball gut und gerne mal ein paar hundert Euro, so bekommt man beim bei den KitesurfWeltmeisterschaften einen kostenlosen Platz in der ersten Reihe.

Bei allem Respekt vor allen den deutschen Profikitern, was ich da zu sehen bekomme ist schon eine besondere Liga. Die Bewegungen der Fahrer, die augeklügelten, sauberen, eleganten und manchmal balettartig ausgeführten Tricks sind schon bewundernswert.
Ich sitze, stehe, liege fasziniert am Strand von Burg/ Fehmarn, der dann allen Unkenrufen zum Trotz, doch ausreicht (na ja, der Start- und Landebereich ist schon sehr sehr sehr eng), um den WorldCup zu beherbergen. Verkehrschaos gab es – soweit meine Erkundigungen – am ersten Wochenende wohl auch nur deshalb, weil parallel das Harley Davidson-Treffen auf der Insel stattfand.


Die Stimmung ist gut. Besucher säumen den Strand, die Orga scheint bestens zu sein, die Hersteller haben ihre Zelte mit neustem Material voll (ein Testbereich ist am entgegengesetzten Ende der Insel zu finden) vollgepackt und die üblichen Promo- und Futterstände runden das Bild ab.

Ich bummle noch ein wenig durch die Gegend und ich denke: „Ach, eigentlich reicht die Zeit auch noch für eine eigen kleine Session vor dem Termin in Hamburg.“ Gedacht getan.

Hinter der Brücke fahre ich rechts ab. Großenbrode. Onshorewind. Na ja, Lüftchen. Gemeinsam mit zwei anderen Softkitebegeisterten teile ich mir den Strand und die Ostsee. Ist ja genug Platz.... . Auch für Amatuere.