18.3.2017: Viele arbeiten heute

Ich habe Wochenende. Das genieße ich sehr. Zeit für mich, für die Familie und für meine Hobbys. In den vergangenen Monaten musste ich mehrere Wochenenden im Krankenhaus verbringen.Ich habe nicht nur gemerkt, wie wertvoll Gesundheit ist, sondern auch, wie froh man sein kann, wenn man regelmäßig Wochenende hat.

Krankenschwestern, Ärzte, Reinigungspersonal. Sie alle arbeiten am Wochenende. Ich habe mich gefreut, dass sie auf unterschiedliche Weise für mich da waren. Sie haben einfach ihre Arbeit gemacht und haben sich um mich und viele andere Menschen gekümmert. Und viele waren dabei sehr freundlich und haben mehr menschliche Zuwendung gezeigt, als in irgendeiner Arbeitsrichtlinie für Wochenendedienste zu lesen ist.

Mir fallen noch andere Menschen ein, die für mich und andere am Wochenende arbeiten:
Die Mitarbeiter im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, die Feuerwehrleute, die Polizei, die LKW-Fahrer, die ihre Wochenenden auf Rastplätzen verbringen, um ab Montag wieder die Güter zu bewegen, die ich täglich brauche, die Techniker in Betrieben, die dafür sorgen, dass Strom, Wasser und  Gas bei mir zuhause ankommen, das Pflegepersonal in Alten- und Behindertenheimen, die Kolleginnen und Kollegen, die von der Kirche oder in diakonischen Werken angestellt sind, die Köche und Kellnerinnen in Restaurants und, und, und.

Gott sei Dank für das Wochenende, das ich gerade genießen kann.

Und Gott sei Dank für Menschen, die an diesem Wochenende für mich und andere arbeiten. Ihnen wünsche ich für ihr nächstes freies Wochenende ein besonders schönes Wochenende!

17.3.2017: Er ist mein Licht

Manchmal erfährt man auch nach Jahren noch Neues von Menschen,
von denen man eigentlich denkt, dass man sie durch und durch kennt.

So ging es mir neulich mit einer guten Freundin. Seit vielen Jahren sitzen wir immer wieder mal in ihrem Esszimmer, unterhalten uns über das Leben, Gott und die Welt und trinken dabei mindestens jeweils drei Tassen Ostfriesentee.
Den Tisch deckt sie dabei immer auf die gleiche Weise. Meistens steht ein kleines Blumensträußchen neben den Teetassen, ein paar Kekse sind auf einem Tellerchen angerichtet und Kluntje und Sahne stehen bereit.
Immer, wenn ich Platz nehme, brennt schon eine Kerze auf dem Tisch. Egal ob es Winter oder Sommer, hell oder dunkel ist.

Bei unserem letzten Treffen, heller Sonnschein durchflutete ihr Esszimmer, hatte sie vergessen, die Kerze anzuzünden.
Sie griff zu Streichhölzern und holte es nach.

„Warum machst du denn die Kerze an? Es ist doch hell und sonnig.“

„Das mache ich doch immer.“

„Ich weiß.“

„Ich denke dann an die Liedstrophe ‚Er ist mein Licht. Seele, vergiss es ja nicht.’  Damit ich es nicht vergesse, mache ich immer ein Kerzenlicht an....“

Da sitzen wir seit Jahren immer wieder zusammen und erst jetzt erfahre ich, dass das Anzünden der Kerze eine Bedeutung für sie hat.

In Zukunft werde wohl auch ich bei meinen Besuchen an das Lied

„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ denken. 

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,

der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.

Er ist dein Licht. Seele, vergiss es ja nicht!

16.3.2017: Franziskus twittert

E-Mail, Facebook, Twitter und Co., die modernen Kommunikationsmittel und die sozialen Medien gehören zu meinem Alltag.

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist in den vergangenen Wochen durch die Art und Weise, wie der Präsident der Vereinigten Staaten ihn nutzt, recht bekannt geworden. Bei Twitter und auch sonst folge ich diesem Präsidenten nicht. Bei Twitter folge ich, obwohl ich evangelisch bin, tatsächlich nur einer Person: Papst Franziskus @Pontifex.de.
Ich merke, wie Mut machend und hilfreich seine Tweets  für mich sind.  Hier ein paar Beispiele, wie der Papst mit bis zu 140 Buchstaben Gutes verbreitet oder verbreiten lässt:

‚Das Herz der Christen ist voller Freude. Freude, die als Geschenk angenommen wird, um sie mit allen zu teilen.’

Oder:

‚Indem wir allen die Liebe Jesu verkünden, werden wir zu Aposteln der Freude des Evangeliums. Und diese Freude ist ansteckend!’

Oder:

‚Gott ist stets treu. Er hört nie auf, uns zu lieben, jeden unserer Schritte zu begleiten und uns nachzulaufen, wenn wir uns entfernen.’

Ich freue mich immer sehr über die knappen Tweets des Papstes. Sie bringen für mich die christliche Botschaft so verständlich und nachvollziehbar auf den Punkt.

Nicht nur, aber auch im Umgang mit Kurznachrichten ist Papst Franziskus ein Vorbild für mich.  Dazu passt noch folgender Tweet von ihm:

‚Bewerten wir die Bedeutung des Vorbilds nicht zu niedrig,
es hat mehr Kraft als tausend Worte,

tausend Likes, Retweets und Youtube-Videos.’

15.3.2017: Zwei Wochen nach Aschermittwoch

„Das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ 
Dieser Vers aus dem ersten Kapitel des Markusevangeliums ist einer meiner Lieblingsbibelverse.
Und das, obwohl das Wort Buße darin vorkommt!

Mit Buße verbinde ich zum Beispiel den Aschermittwoch, der heute vor zwei Wochen war. Da fallen mir dann auch noch Sack und Asche, Reue, Peinlichkeit und auf-den-Knien-Kriechen ein.

Als Jesus diesen Satz sagte, „das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium“, da hatte er bei ‚Buße’ wohl etwas Anderes im Sinn.  In der Muttersprache Jesu ist das Wort Buße aus zwei recht neutralen Wörtern zusammengesetzt.
Das eine bedeutet „Um/ anders“. Das zweite Wort bedeutet „Denken/Vernunft“.  Buße ist also etwas Aktives, das im Kopf anfängt: Jesus fordert zum Umdenken auf, er lädt ein, die Vernunft anders einzusetzen.  Und er sagt auch, warum man das tun soll:
Das Reich Gottes ist herbeigekommen!

Ich denke also nicht zuerst nur an mich. Mit ‚Gottes Reich’ verbindet sich unter anderem das Thema „Gemeinschaft“. Wenn ich zum Beispiel überlege, wie ich am Wochenende meine freie Zeit verbringe, dann überlege ich jetzt auch, wen ich mit meiner Zeit beschenken kann.

Dann entsteht Gemeinschaft. Ich  denke über mein Leben nicht nur für mich nach. Ich beziehe andere Menschen und ihr Wohlergehen mit ein. 

Ja, wenn ich glaube und Buße tue, dann setze ich meine Vernunft anders ein.

Ich freue mich dann auch sehr darüber, wie der Satz mit der Buße weitergeht: Und glaubt an das Evangelium. Evangelium? Das heißt „gute Nachricht“. Zum Beispiel: Gott liebt alle Menschen. Wirklich alle.

Das zu glauben, verändert mein Denken. Und mein Handeln.

14.3.2017: Jahresrückblich im März

Letzte Woche war es mal wieder soweit. Ich habe versucht, den Stapel mit Bescheinigungen und Quittungen auf meinem Schreibtisch zu sortieren, um meine Steuererklärung für das zurückliegende Jahr zu erstellen.

Das Fahrtenbuch meines Dienstwagens und meinen Terminkalender hatte ich zu diesem Zweck auch aufgeschlagen.Ich bin Monat für Monat durch das vergangene Jahr gegangen.Sozusagen ein verspäteter Jahresrückblick.

Die Steuererklärung sorgt bei mir – neben aller Nerverei, die ich damit auch verbinde – immer für ein paar schöne Momente:
Ich denke zurück an das vergangene Jahr. Eine abgeheftete Eintrittskarte erinnerte mich an einen beeindruckenden Kongress, den ich erlebt habe. Als ich die Restaurantquittung aus Hamburg wieder in die Hände bekam, sah ich einen inspirierenden Kollegen vor meinem inneren Auge. Die Steuererklärung erinnert mich an Erlebnisse, die ich hatte, an Menschen und Situationen, die mein Leben bereichert haben. Orte, an denen ich war, leuchten noch einmal auf.

Ganz gleich, wie es mit meiner Steuererklärung ausgeht, ob ich aus dem Jahr 2016 etwas zurückbekomme oder womöglich draufzahlen muss – das zurückliegende Jahr war ein reiches Jahr.Ein segensreiches, von Gott gesegnetes Jahr. Alles Gute und Schöne, alle bereichernden Begegnungen und Erlebnisse nehme ich dankbar aus Gottes Hand. Manches Schwere musste ich im vergangenen Jahr auch erleben. Ich frage mich - und ich bete zu Gott: „Musste das sein?“.

Eine Antwort darauf werde ich wohl nicht erhalten.

Aber leben darf ich. Heute. Am 14.März 2017.
Ich möchte diesen Tag gestalten.

Möglichst so, dass ich irgendwann einmal dankbar darauf zurückschaue.

13.3.2017: Segen am Montag

Segen am Montag

Montagmorgen! Wieder eine neue Arbeitswoche. Vor ein paar Wochen hatte ich ein Dienstjubiläum.

Seit 10 Jahren bin ich in Norddeutschland unterwegs, um Kirchengemeinden bei Projekten zu beraten und sie zu unterstützen.  Sicher, manches ist schon sehr routiniert und eingeschliffen nach all’ den Jahren. Aber immer noch fordert mich die Arbeit heraus, macht mir Freude und ich bin gerne dabei! Eine Studie hat herausgefunden, dass mehr als 53 Prozent aller Deutschen mit ihrem Job unzufrieden sind.

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen sich heute wahrscheinlich wieder einen Ruck geben, um ihre neue Arbeitswoche zu beginnen. Die knapp 2,8 Millionen Menschen, die im vergangenen Monat in unserem Land arbeitslos waren, werden mit dem heutigen Montag auch nicht sonderlich zufrieden sein.  Eine neue Arbeitswoche ohne Erwerbstätigkeit.Und selbst, wenn man Arbeit hat, zuhause, in der Familie, dann kann das ja auch belastend und mühsam sein.

Mir hilft – immer wieder montags – an den Gottesdienst von Sonntag zu denken. Der Gottesdienst hört immer mit dem Segen auf.

Mir wird von der Pastorin oder dem Pastor zugesprochen,dass Gott mich durch die neue Woche begleitet.Das macht mich nicht unbedingt zufriedener mit meinen Alltag.Mir wird aber zugesagt, dass ich nicht allein bin. Weder zuhause noch bei der Arbeit.Da ist einer, der mich begleitet.

Der Herr segne dich und behüte dich.Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir. Der Herr sei dir gnädig und gebe dir seinen Frieden.

Radioandacht 9.1.16: Bausteinkirche

Letzten Herbst habe ich den Kölner Dom besucht. Ein imposantes, weltweit bekanntes Bauwerk, an dem Menschen vieler Generationen mitgearbeitet haben: Architekten, Maurer, Steinmetze, Tischler, Künstler und viele mehr. Eine zeitlang saß ich im Dom und ließ das Bauwerk auf mich wirken. Ja, Kirche entsteht auch heute noch dort, wo sich ganz unterschiedliche Menschen  engagieren, Hand in Hand arbeiten und auch gemeinsam nach Gott fragen.

2016 wird wieder ein besonderes Gotteshaus fertiggestellt: Die wohl größte „Baustein-Kirche“ der Welt! Ein Kollege von mir aus München hatte die Idee, aus 17 000 Legosteinen  eine Kirche zu bauen. Kinder und Erwachsene können gemeinsam eine sechs Quadratmeter große und drei Meter hohe Kirche gestalten. Die Bauzeit  für den Kölner Dom betrug 632 Jahre. Die Baussteinkirche wird wesentlich schneller fertig sein.
Und wenigstens drei Generationen, Großeltern, Eltern und Kinder, werden zusammen arbeiten, damit aus vielen einzelnen Teilen ein großes Ganzes wird. Wenn die Bausteinkirche in Fußgängerzonen und auf Markplätzen gemauert  bzw. zusammengesetzt wird, können Passanten ihre Gedanken, Gebete und Sorgen auf kleinen Zetteln notieren und an die bereits fertig gestellten Mauern heften.

Als ich im Kölner Dom saß, habe ich das auch gemacht. Ich habe meine Gedanken aber nicht aufgeschrieben und an die Mauern geheftet, sondern ich habe sie einfach Gott gesagt.

Morgen ist Sonntag. In werde in einer ganz normalen Kirche sein, kein Dom, keine Legosteine. Ich werde dort gemeinsam mit Anderen sein.
Wir werden beten. Kirche ist dort, wo Menschen miteinander leben, beten und nach Gott fragen. 

Radioandacht 9.1.16: Bausteinkirche

Letzten Herbst habe ich den Kölner Dom besucht. Ein imposantes, weltweit bekanntes Bauwerk, an dem Menschen vieler Generationen mitgearbeitet haben: Architekten, Maurer, Steinmetze, Tischler, Künstler und viele mehr. Eine zeitlang saß ich im Dom und ließ das Bauwerk auf mich wirken. Ja, Kirche entsteht auch heute noch dort, wo sich ganz unterschiedliche Menschen  engagieren, Hand in Hand arbeiten und auch gemeinsam nach Gott fragen.

2016 wird wieder ein besonderes Gotteshaus fertiggestellt: Die wohl größte „Baustein-Kirche“ der Welt! Ein Kollege von mir aus München hatte die Idee, aus 17 000 Legosteinen  eine Kirche zu bauen. Kinder und Erwachsene können gemeinsam eine sechs Quadratmeter große und drei Meter hohe Kirche gestalten. Die Bauzeit  für den Kölner Dom betrug 632 Jahre. Die Baussteinkirche wird wesentlich schneller fertig sein.
Und wenigstens drei Generationen, Großeltern, Eltern und Kinder, werden zusammen arbeiten, damit aus vielen einzelnen Teilen ein großes Ganzes wird. Wenn die Bausteinkirche in Fußgängerzonen und auf Markplätzen gemauert  bzw. zusammengesetzt wird, können Passanten ihre Gedanken, Gebete und Sorgen auf kleinen Zetteln notieren und an die bereits fertig gestellten Mauern heften.

Als ich im Kölner Dom saß, habe ich das auch gemacht. Ich habe meine Gedanken aber nicht aufgeschrieben und an die Mauern geheftet, sondern ich habe sie einfach Gott gesagt.

Morgen ist Sonntag. In werde in einer ganz normalen Kirche sein, kein Dom, keine Legosteine. Ich werde dort gemeinsam mit Anderen sein.
Wir werden beten. Kirche ist dort, wo Menschen miteinander leben, beten und nach Gott fragen. 

Radioandacht 8.1.16: Zukunft

„Zukunft macht vielen Angst“.  So lautete eine Woche vor Weihnachten die Schlagzeile meiner Tageszeitung. Das war gar nicht weihnachtlich, so kurz vor der Feier rund um die Geburt Jesu. Im Artikel war zu lesen, dass die Mehrheit der Deutschen eher mit Angst als mit Zuversicht ins Jahr 2016 schaut. Terroranschläge, Flüchtlingskrise und Uneinigkeiten in der EU wurden dafür verantwortlich gemacht. Eine unbestimmte Angst vor der Zukunft, so erklärte mir der Artikel weiter, gilt als „typisch deutsch“ und daher gibt es auch den englischen Begriff „German Angst“.
Ich kann die Sorgen verstehen. Auch mich bringen die Geschehnisse in der Welt, in Europa und in unserem Land ins Nachdenken, ja beunruhigen mich auch manchmal. Aber die „German Angst“, die habe ich wohl nicht, und das, obwohl ich vermutlich ein ziemlich „typisch Deutscher“ bin.
Die biblische Botschaft, die weltumspannend ist und die eben auch mich in Deutschland erreicht hat, spricht von der Liebe Gottes zu allen Menschen. Auch freue ich mich darüber, dass die häufigste Wortkombination der Bibel – übrigens sehr oft aus dem Mund Jesu zu hören-  „Fürchte dich nicht!“ ist. Ja, das muss ich mir sicher auch angesichts der Probleme dieser Welt sagen lassen: „Fürchte dich nicht!“ Wenn Gott das sagt, dann kann ich ohne Angst vor der Zukunft leben.
Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat ein wunderschönes Glaubensbekenntnis geschrieben. Darin sagt er:

„Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.