Ruhige Römö-Runden

Ruhige Römö-Runden 

Ende Januar, Anfang Februar 2011. Die dänische Insel Römö liegt ohne Schnee im Winterschlaf. Die Nächte sind eiskalt. Tagsüber hingegen erklimmt das Thermometer manchmal sogar zweistellige Werte. Hin und wieder kämpft sich die Sonne durch die diesigen Wolken und wärmt wohlig. 

Ferienhäuser liegen verlassen wie Sand am Meer zwischen den Dünen. Nur aus wenigen flackert das Licht der Kaminöfen und Energiesparlampen. Menschen sind nur vereinzelt zu sehen. Dann meistens als Paar oder Kleinfamilie auftretend. Hin und wieder ein Auto auf den endlos erscheinenden Strassen der kargen Insel. Auch der Weg zum Strand ist in diesen Tagen einsamer als zu den Zeiten, wenn Gäste die Insel bevölkern. Einsame Wege. Strahlende Sonne. 

Ideale Tage zum Landboarden. Ich packe das Mountainboard, die Speed 3 15 und 21 ein und mache mich auf den Weg zum Südstrand. Kein, nicht ein Mensch ist auf dem endlos erscheinenden Strand zu sichten.

Auch kein Buggy-Fahrer, Strandsegler oder andere Drachenfans. Ich messe den Wind. 4 bis 6 Knoten. Das ideale Wetterchen für die 21er Speed. Weißes Tuch auf feuchtem aber festem Sandboden. Nur ein Hauch von Wind. Der Drachen erhebt sich gemächlich in die Lüfte. Er zieht mich über den kilometerweiten Strand. In die Einsamkeit.


Nach gut 5 Minuten habe ich die Wasserkante erreicht und drehe um. Einfach so. Platz ohne Ende. Und Ruhe. Unendliche Ruhe. 
Der Kite lässt sich noch anpowern. Einfach bestens einzustellen, dieser Riesenlappen. Da macht er selbst bei diesem lauen Lüftchen lustigen Lift. Da traue selbst ich mir einen Sprung zu. Mein erster Sprung mit Mountainboard. Und es geht. Sanfte Landung. Sanft gesteuert. Und sanfter Drachen.

Ein Sprünglein nach dem anderen folgt. Ich denke an meine Sprunggelenke und an mein Alter und lasse es nach gewisser Zeit dann doch lieber sein. Höhere Sprünge würden mich schon reizen. Für heute aber besser nicht. Denn ich habe nur einen Helm auf. Die restlichen Schutzklamotten liegen hunderte von Kilometern weit entfernt in meinem kalten Keller. Ein anderes Mal vielleicht.

Bis dahin genieße ich fast zwei Stunden am Stück das Cruisen. Einfach so drauf losfahren. Mal mehr mal weniger reinhängen. Mal gemächlich, mal mit Speed. Mit Speed 3 sowieso. Aber manchmal eben auch mit Geschwindigkeit. Geschwindigkeit mit Kite. 

Hin und wieder eine kleine Herausforderung. Wenn nämlich das Board auf einer der vielen vereisten Flächen, die sich auf dem ansonsten idealen festen Sanduntergrund, befinden, ins Rutschen gerät. Das fühlt sich dann mehr wie Eis-Segeln an. Nicht ganz ungefährlich, wenn man nicht drauf vorbereitet ist. Nach dem ersten sachten Ausrutscher bin ich dann aber immer darauf vorbereitet. Und habe Spaß. Und Ruhe. 

Ich drehe so manche ruhige Römö-Runde.
Kiteerlebnis pur. Ich verstehe Mountainboarder jetzt besser. Es hat schon was! Insbesondere auf Römö.
Nach den knapp 2 Stunden lande ich den Drachen locker. Bremsleinen gleichmäßig und sachte ziehen und er schwebt zu Boden wie ein leichter Ballon. Ja, einen Wermutstropfen gibt es: Das schöne Weiß des Kites wird an manchen Stellen mit klumpigem Sand überdeckt. Trocknet ja aber wieder. Lässt sich dann abschütteln.
Ganz im Gegensatz zu den schönen Natureindrücken, die ich an diesem Abend mit in den Schlaf nehmen.

Auch der nächste Tag bringt ein neues Kiteerlebnis. Was ich bereits vor ein paar Jahren mit einem Buggy und einer Crossfire erlebt habe, das erlebe ich jetzt noch einmal. Mit Mountainbaord und der Speed 3 15.

Und mit Familie. Die vier Liebsten schlendern am Strand entlang, während ich direkt an der Wasserkante einfach Gas gebe. Der Wind steht dermaßen ideal, dass ich knapp drei Kilometer in eine Richtung fahren kann. Unglaublich, was ich da erlebe. Das eisige Wasser hat kleine Eisschollen, Eisberge in Miniatur auf den Strand gespült. Sie liegen wie gerade Schüre mit einem Abstand von etwa einem Meter zur Wasserkante auf dem Strand.

Zwischen Wasser und Eis ist der eine Meter Strand gut befahrbar. Kilometerweit. Herrlich. Welch’ ein Anblick, wenn meine Augen zum Board und auf den Boden wandern.

Wenn meine Augen auf den Kite schauen, vermischt sich dieser entweder mit an diesem Tag diesiger Luft und dunstigen Dünen. Oder mit grauem Nordseewasser und ebenso grauen Nordseewolken. Ich gebe Gas. Die vier Liebsten werden kleiner und kleiner, bald zu Punkten am Horizont. Kite wenden und zurück. Die vier Liebsten werden größer und größer. Bis sie wieder in voller Lebensgröße vor mir stehen.

 „Kann ich mit drauf?“ „Äh, ja, versuchen wir es mal ....“ Janne, Rike und Enno versuchen es. Und es klappt. Mit einem Fuß auf dem Ende des Boards, mit einer oder beiden Händen den wohligen Wamst ihres Vaters umklammernd fahren sie mit mir über den Strand. Und haben ihren Spaß. Und ich auch.

Ein herrliches Kite-Erlebnis nimmt nach ein paar Stunden sein Ende. Hoffentlich war ich nicht das letzte Mal auf Römö. Es muss so etwa das 20. Mal gewesen sein. Beim etwa 21. Mal werde ich sicher wieder ein Landboard dabei haben.

Und die Kites. Und hoffentlich auch die Vier.

Silvester in Sankt Peter-Ording

Ruhige und erholsame vier Tage liegen hinter uns. Seit drei Jahren verschieben wir unser Neujahres-Prozedere in den schönen Kurort: kein um 15 Uhr anfangendes „Geböllere“, keine vom Promillepegel geprägten Menschen.

Ein schönes Feuerwerk gibt es jedoch trotzdem jedes Jahr als „Ausgleich“ an der Promenade.berichte

Die letzten Jahre waren die Tage um Neujahr für uns geprägt durch viele Stunden im Kitebuggy und anschließenden kulinarischen Highlights wie Tiefkühlpizza und Dosenravioli. Wer will und kann schon nach 5 Stunden am Strand bei Seeluft noch viel Zeit in der Küche verbringen …

Dieses Jahr verbrachten wir die Feiertage gezwungenermaßen hauptsächlich in unserer Ferienwohnung mit Gesellschaftsspielen und Kochen. So gab es dieses Mal Pfannkuchen, Blätterteigröllchen mir Hackfüllung, selbstgemachten Döner und Käsespätzle.

Der Weg zur Promenade war wie Ende Dezember zu erwarten war recht rutschig und glatt, doch der Strand war durch nichts zu toppen: Festgetretener Schnee wechselte sich mit riesigen zugefrorenen Pfützen ab.

Hatte man sich jedoch über diese Eisbahn gewagt und war an der „Wassergrenze“ angekommen, bot sich ein herrlicher Blick:

Eisschollen wohin man schaut.

Die genaue Wassergrenze konnte man nur erahnen...

So konnten wir zwar unserem Lieblingssport nicht nachgehen, unser alljährlicher Ausflug nach Sankt Peter-Ording wurde dadurch aber in keinster weise beeinträchtigt … nein, es war sogar ganz schön auch mal zu sehen, wo man überhaupt Urlaub macht und zu was die Natur fähig ist.

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr!

Henning + Deike

 

 

Mitarbeiterwochenende November 2010





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitarbeiterwochenende 2010

Hooksiel an der Nordseeküste. 14 Mitarbeiter von ewigkite.de. 16 Tagesordnungspunkte. Ein Nachmittag am Strand. Ein Gottesdienst in der Stadt der friesischen Braukunst. 
Das war, kurz gesagt, das Mitarbeiterwochenende von ewigkite.de vom 12.-14.November.

Etwas ausführlicher: Am Freitagabend trafen sich die Mitarbeiter in zwei der endlos vielen Ferienhäuser in Hooksiel. Nach einem gemütlichen Abendessen  ließen sie das Jahr 2010 Revue passieren. Knappe 1000 Bilder von 7 Drachenfesten und ein paar Anmerkungen zu dem, was sie besonders gut fanden sowie eine erste Gesprächs- und Inforunde zum Thema Corporate Identity und Corporate Design schlossen sich an.

Im Laufe des Jahres hatten die ewigkiterInnen festgestellt, dass bezüglich des Auftretens und der inhaltlichen Ausrichtung in Zukunft ein wenig nachjustiert werden kann. 
Die Ergebnisse des Gespräches können ab demnächst auf der Seite „einfach dasein“ diese Webpräsenz nachgelesen werden. 
Nach einer kurzen Nacht und einem ausführlichen Frühstück ging es den ganzen Morgen um TOPs wie Finanzen, neuen Ideen für die Arbeit, Organisation und Inhalt der Arbeit. 
Als besonders mühsam entpuppte sich die Frage nach dem Aussehen und der Qualität neuer Mitarbeiter-Shirts. Geschmacksfragen lassen sich schlecht durch demokratische Prozesse klären. 
Die Mitarbeiter waren (bei fast allen TOPs) sehr konzentriert bei der Sache und klärten viele TOPs auf gute und auch vielversprechende Weise. Ewigkite.de wird in Zukunft noch besser ;) organisiert sein und auch mit manchem Neuen aufwarten. 

Den Mitarbeitern war klar, dass Neues oder auch Anderes nur angegangen werden kann, wenn sie selbst Engagement einbringen. Dankbar schauten die Mitarbeiter auf viel Gelungenes und Erfreuliches zurück. Viele Mitarbeiter haben sich mit Zeit, Finanzen und liebevollem Engagement in die Arbeit eingebracht und die Drachenfeste zu dem gemacht, was sie waren. Ewigkite.de wird ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen wird (CH übernimmt im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit die organisatorischen Angelegenheiten). Das macht das Projekt besonders. Es ist manchmal aber auch eine Herausforderung... .

Der Samstagnachmittag stand dann ganz im Zeichen der Drachen. Alle Mitarbeiter verteilten sich mit Buggys, Mountainboards, Kiteboards oder auch nur auf ihren Füßen am Strand von Schillig oder auf dem Wasser, um ihre Drachenfähigkeiten auszubauen oder einfach nur den (zu) leichten Wind zu genießen. 

Abends dann ein leckres gemeinsames Essen und  knappe zwei Stunden weitere TOPs.
Am Sonntagmorgen ging es in die Baptistengemeinde nach Jever zum Gottesdienst. Die „kirchliche Wirklichkeit“ hatte die Mitarbeiter wieder. Eine Predigt über Herzen, U-Boote und Bergungsversuche. Und das alles in einer kleinen soliden Gemeinde. Nach dem Gottesdienst dann das typisch ostfriesische Teetrinken in der Gemeinde. Zufrieden und dankbar verabschiedeten sich die Mitarbeiter voneinander. Man freut sich auf die Möglichkeiten des nächsten Jahres. Und darüber, dass es die Ewigkite gibt.



Mitarbeiterwochenende von ewigkite.de

Vom 12.-14.November treffen sich 14 ehrenamtliche Mitarbeiter von ewigkite.de, um die Arbeit des zurückliegenden Jahres auszuwerten und das Jahr 2011 zu planen.

Zum dritten Mal ist Hooksiel an der Nordseeküste das Ziel der Mitarbeiter. Eine Tagesordnung mit 15 Punkten steht auf dem Programm. Es geht an diesem Wochenende darum, das Gute, das gewesen ist, zu benennen und auch den Schwächen der  Arbeit und aus dem, was nicht gelungen ist, Konsequenzen für das kommende Jahr zu ziehen.

Zwischen den vielen TOPs soll eigentlich auch immer Zeit sein, um neues Material auszuprobieren. Zeiten am Strand von Hooksiel sind eingeplant. Die Wettervorhersage lässt jedoch nichts Gutes ahnen. Eine Sturmwarnung ist für das Wochenende ausgegeben. Nichts Neues für manche Mitarbeiter, denn bereits im Jahr 2008 fiel ein Wochenende dermaßen ins Wasser, dass die die Ferienwohnungen nicht verlassen werden konnten.

Finanzen, Design,  Anschaffungen, Inhaltliches zur Arbeit von ewigkite.de u.v.m. wird besprochen werden.

Die Jahresplanung 2011 beinhaltet auch Terminabsprachen. Auf welchem Drachenfest wird ewigkite.de 2011 vertreten sein?

Aktuelle Infos im Laufe der nächsten Woche.

Anregungen für die Arbeit von ewigkite.de können per mail an chokema(ät)ewigkite.de
oder per Tel.: 0172 39 766 01 spontan gegeben werden. Danke dafür!

 

Drachen über Lemwerder 2010



Strahlend blauer Himmel am Freitag. Das Fluggelände direkt an der Weser füllte sich ab 15 Uhr langsam aber sicher mit Drachenfliegern aus ganz Norddeutschland. „Die Holländer“ – von Dirk, dem Moderator, immer wieder „unsere holländischen Freunde“ genannt – durften natürlich auch nicht fehlen. Immer wieder zeigten sie im Laufe des Wochenendes ihre beeindruckenden Künste im Formationsflug.Für ewigkite.de ging es am Freitag gemütlich los. Das Aufbauen der Kirche inkl. der Ausstellung wurde in aller Ruhe vorbereitet. Nur hin und wieder verirrte sich ein Besucher auf das Flugfeld. Als Mitarbeiter waren Monika und Jörg aus Munster, Dominik aus Nienburg und Carsten aus Oldenburg anwesend. Fast schon ein running gag zu Beginn des Drachenfestes in lemwerder war das Festfahren eines Autos im losen Sandam Rand des Flugfeldes.Mit vereinten Kräften (Sprinter zieht Caddy) wurde das Problem aber schnell gelöst. Bereits am Freitag standdie Kirche – schon von weitem sichtbar – an der altbekannten Stelleam Flugfeld: Der Besucherstrom (die Veranstalter sprachen von bis zu 40000 zu erwartenden Gästen) führte (fast) alle Wochenendeausflügler an der Kirche vorbei. Hin und wieder hörte man Leute in ihre Handys sagen: „Du findest mich hier oben, direkt neben der Kirche.“Gegen 17 Uhr eröffnete der Bürgermeister ziemlich routiniert das Drachenfest. Immerhin findet es zum 19. Mal in Lemwerder statt. Notizen sollte er sich aber doch machen.Er lobte das tolle Wetter von 2009 und wünschte, dass es in diesem Jahr wieder so werden sollte. Letztes Jahr war für Drachenflieger sehr sehr schlechtes Wetter.Das sollte 2010 zum Glück nicht so sein. Der Freitag war „lauschig“: Erste Flugversuche bei ca. 2-3 Windstärken, eintrudelnde Drachenflieger und dampfende Grills. Auch die ewigkiterInnen hatten ihren Grill angeschmissen. 
Der Samstag begann so richtig gegen 11 Uhr. DieBesucherströme setzen ein, der prominente Besucher Peter Lynn aus Australien traf mit einigen seiner Drachen ein, die Einleinerfreaks hängten ihre Drachen an den Himmel, die Fressmeile und die Vergnügungsstände machten guten Umsatz und die Sonne schien am blauen Himmel. So plätscherte der ganze schöne Samstag vor sich hin. Die Organisatoren hatten wieder einmal aufs Beste vorgesorgt und alles in gute Bahnen gelenkt. Es klappte alles bestens. Als Mitarbeiter ist man gerne in Lemwerder dabei. Selbst für einen Brötchenservice für die rund um das Flugfeld campenden Drachenfans ist gesorgt.
Der Wind am Samstag war ein wenig zu schwächelnd für manche der Großdrachen. Auch Matten- und Stablenkdrachenflieger hatten nicht sorichtig ihre Freude. Nichtsdestotrotz war der Himmel über Lemwerder immer wieder mal schön bunt. Ausgesprochen gut und informativ ist die Moderation in Lemwerder. Dirk versteht es, Fakten und Geschichten verständlich und interessant miteinander zu verbinden und Besucher und Drachenflieger bestens zu unterhalten. Dabei sorgt er auch fürPausen, die einen einfach das Drachenfliegen oder das Betrachten genießen lassen. 
Die Aufblasbare Kirche von ewigkite.de war den ganzen Tag über (bis ca. 23 Uhr am Abend) geöffnet. Durchgehend waren BesucherInnen in der Kirche. Manche nur kurz. Manche aber auch bis zu 20 oder 30 Minuten. Die Ausstellung der Kirche erwies sich als sehr ansprechend. Die MitarbeiterInnen von ewigkite.de erhielten viele positive Reaktionen auf die Ausstellung. Von den passend zur Ausstellung ausgelegten Postkarten wurden ca. 850 mitgenommen. Viele kurze und auch manche längere Gespräche ergaben sich vor der Kirche. Und wieder wurden die aufblasbaren Hocker gerne in Anspruch genommen, um vor der Kirche eine Rast zu machen. Der Kirchenkaffee war natürlich auch sehr beliebt. Schöne Stimmung also rund um die Kirche: Drachen am Himmel, lauschige Musik von der Moderation, blauer und sonniger Himmel, gemütliche Hocker und dann noch einen Kaffee in der Hand. Zeitweise wurde der Platz vor dem Wohnwagen von ewigkite.de auch zum Treffpunkt für Mitglieder der Baptistengemeinden in und um Bremen und um Bremen herum.
Sowieso: ewigkite.de und seine Mitarbeiter sind mittlerweile mittendrin. Viele Drachenflieger kommen vorbei, grüßen freundlich, suchen kurze Kontakte. Sicher, manche meiden auch den Kontakt, aber die allgemein fröhliche und entspannte Stimmung auch gegenüber ewigkite.de macht das Drachenfest in Lemwerder zu einer angenehmen Sache.
Nachmittags um 17 Uhr kam dann der „Drachenpapst“ bei ewigkite.de zu Besuch. Sein von Wind und Wetter gegerbtes Gesicht hinter einer Sonnenbrille versteckt, einen unförmigen Hut mit selbstgenähtem Nackensonnenschutz ins Gesicht gezogen. Auf seinem T-Shirt ist zu lesen, dass Buggy-Fahren besser als Marihuana-Rauchen ist. Der 64-Jährige hat Drachengeschichte geschrieben. Er setzt sich und lässt sich ausführlich interviewen (Interview folgt). Ein interessanter Mensch. Mit einem wahnsinnigen Allgemeinwissen. Und einer festen Meinung. Auch zum Thema Religion, zu dem er zum Schluss befragt wird. Er kennt die Stärken und Schwächen seiner eigenen Drachen undspricht darüber. Peter Lynn, kein Schönfärber, ein Mann, der von sich sagt, dass er glücklicherweise vor 20 Jahren aufhören konnte zu arbeiten und jetzt einfach „lebt“.
Samstag gegen 22 Uhr dann das Nachtfliegen mit anschließendem (kleineren) Feuerwerk. Toll gemacht, bestens organisiertund von den tausenden von Besuchern mit Ahs und Ohs kommentiert.
Der Sonntag war etwas weniger besucht. Das Wetter etwas trüber, dafür aber etwas mehr Wind. Wieder füllte sich der Himmel mit Drachen. Der Tag zog schnell an Besuchern und Drachenfans vorbei. Als es gegen 16.30 Uhr so langsam den Ende des Drachenfestes entgegenging, da machte ein plötzlich einsetzender Regen dem Drachenfest ein schnelles Ende. Innerhalb kürzester Zeit waren die BesucherInnen verschwunden und auch die Drachenflieger hatten ganz ganz schnell eingepackt. Auch die ewigkiterInnen haben in einer Rekordzeit zusammen gepackt. Kirche in trockenen Tüchern!
Ein rundum schönes Wochenende! Neben der Mitarbeiterausfahrt des Drachengeländes hatten die Veranstalter ein Schild aufgestellt:„Danke, dass ihr mitgemacht habt!“Das freut jeden Mitarbeiter. 
Lemwerder 2011 findet vom 19.-21.August statt. „So Gott will und wir leben“ werden wir als ewigkiterInnen wieder dabei ein.

 

Drachenfest Sankt Peter Ording 2010

„Überqueren Sie den Deich an der Utholmer Straße im Ortsteil Ording“.Der Blick vom Deich aus geht in die Ferne. Weit hinten liegt das Meer. Die Strandauffahrt ist ein Nadelöhr, tausende von Touristen und Drachenfans wählen diesen Weg. Den einzigen Weg.

Das Festival-Gelände liegt links vor den ganzen Holzstelzenbauten. Freitagmittag: Die ersten Großdrachen hängen bei bedecktem aber freundlichem Himmel an ebendiesem. Buggyfahrer in der Ferne. Ein paar Lenkdrachenflieger. Und an der Wasserkante Kitesurfer. Rund ums Festivalgelände Werbefahnen irgendwelcher Firmen.

Auf dem Gelände wird ein buntes Treiben vorbereitet. Kinderbespaßung, Fressmeile, Promotionzelte und NDR 2-Bühne: Und das Leben beginnt. Zumindest das Leben am Strand.
Die Organisatoren der Firma Tiedemann haben alles bestens unter Kontrolle. Nicht zum ersten Mal sorgen sie für eine Großveranstaltung. 
Und auch Uwe Schwettmann hat den Überblick, was die Koordination der Drachenflieger angeht. Der ewigkite.de-Anhänger samt Sprinter-Material-Wagen finden Platz in der Nähe des Kirchenschiffs, welches seit zwei Jahren von der Touristenseelsorge als ökumenisches Projekt betrieben wird. Zum ersten Mal in zwei Jahren erleben die ewigkiterInnen, dass auch andere Christen auf einem Drachenfestival Flagge zeigen. 
Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Wenn die MitarbeiterInnen des Kirchenschiffs ihre Flagge hissen, dann wissen die BesucherInnen, dass jetzt auf dem Schiffein Programm angeboten wird. Kinderandachten, Ansprache an die Erwachsenen, ein Lied, die Möglichkeit, mit den MitarbeiterInnenKontakt aufzunehmen. 

Der Moderator auf der Bühne begrüßt die Besucher des Drachenfestivals. Promotionständebegrüßen ihre potentiellen Käufer und ewigkite.de begrüßt jede Menge BesucherInnen der Ausstellung in deraufblasbaren Kirche. Allem Anschein nach sind die BesucherInnen an diesem Wochenende nicht ganz so gesprächig, wie am vergangenen Wochenende in Lemwerder. Dennoch ist die Kirche manchmal gepackt voll. Es gibt aber auch Zeiten, an denen nur vereinzelt Leute reinschauen. Die Postkarten gehen mal wieder weg wie warme Semmel. 

Kaltes Brot wird mit mehr oder weniger niveauvollen Werbesprüchen am Stand nebenan angeboten und unter das Volk gebracht. Die Mitarbeiter von Harrry-Brot und die ewigkiterInnen lernen sich im Laufe des Wochenende kennen. Eine nette Begegnung, auch wenn von Seiten der ewigkiterInnen hin und wieder der Wunsch auftaucht, das Harry-Stromkabel zu kappen. 

Auf dem Flugfeld steigen sie wieder alle in die Luft: Die Krabbe von Mr.Lynn, der Teufel von Olaf (der Engel hat einen Riss und Olaf keine Nähmaschine) , die Turbinen unterschiedlicher Drachenclubs, die Teddys, Rochen, Kraken unterschiedlichster Drachenfans. Steht man am Fluggelände und betrachtet man die einzelnen Drachen, dann wird einem klar, wie engagiert die Drachenfreunde ihr Hobby betreiben. 

Manche sieht man von früh morgens bis spät abends nichts anderes tun als Anknüpfen oder Abknüpfen, Zurechtruckeln , Einpacken und Auspacken. Wunderschöne Formen erobern den Himmel. Und Farben. Noch ansprechender würden sie wirken, wenn die Sonne scheinen würde. Am Samstag tut sie das hin und wieder für ein paar Minuten. 

Der Wind pendelt sich so bei 3 bis 4 bft, manchmal in Böen 5, ein. Ziemlich ideal für sämtliche Drachenmodelle. Ein buntes, gut organisiertes und harmonisches Treiben erfüllt das Festivalgelände die Tage über. Manchmal etwas gestörtdurch Promotiongerede und Musik. Wie wäre es mit dem ersten deutschen Drachenfest ohne Beschallung? Einfach Fliegen am Strand. Wind. Keine weiteren Eindrücke, die aufs Ohr drücken? Nun denn, der durchschnittliche Tourist möchte das vielleicht nicht. 

In der Nähe des Buggygeländes finden die Deutschen Meisterschaften im Lenkdrachenfliegen statt. Immer wieder bilden sich Menschentreiben vor dem Fluggelände. Staunende Blicke. Ahs und Ohs beim Betrachten der Kunstflugeinlagen oder beim Verfolgen der Formationsflüge.

Mitten auf dem Buggygelände bildet sich am Samstag eine weitere Menschenansammlung. 301 Lenkdrachen hintereinander. Beeindruckend. Farbenfroh. Fröhlich. Begeisterte Stimmung. Weltrekord. 

Sowieso: Die ganze Drachenprominenz scheint in Sankt Peter zu sein. Man sieht bekannte Gesichter,Leute, die schon einmal einen besonderen Drachen gebaut haben, als Drachenpapst bezeichnet werden oder die irgend etwas besonders Verrücktes im Bereich der Drachen organisiert oder hergestellt haben.

Der Sonntag geht bedeckt an den Start. Und dann regnet es, was der Himmel her gibt. Und dann scheint die Sonne. Und dann regnet es aus Kübeln. Verregnet und heiter geht ein Drachenfestival zu Ende, das gut organisiert war, das vielen Leuten Spaß gemacht hat und das wieder einmal gezeigt hat, wie vielfältig die deutsche und internationale Drachenszene ist. 

Aufgrundseiner Lage und aufgrund des ungeheuer weiten Strandes ist Sankt Peter Ording ein idealer Ort für die Austragung eines Drachenfestes.Und ein idealer Ort, um die Natur zu genießen. Das wird einem besonders dann deutlich, wenn man morgens bei Sonnenaufgang am Strand entlang läuft. Weite. Ruhe. Horizont.

Drachenfest Rügen aus der Sicht eines Kindes


Urlaub und Drachenfest auf Rügen

Nach 8 Stunden Fahrt war es endlich so weit: Wir waren auf Rügen angekommen.

Die ersten vier Tage verbrachten wir auf einem Campingplatz in Lobbe. Wir machten viele Radtouren, da das Wetter ziemlich gut war. Es schien die Sonne und es war nicht so kalt, dass man mit Mütze, Schal und Handschuhen rumlaufen musste.


Der Strand war direkt hinter dem Campingplatz. Deswegen machten wir auch fast jeden Tag einen Strandspaziergang. An einem Tag oder an einem Vormittag fuhren wir zur Rügener Inselrodelbahn. Man musste ziemlich lange anstehen, aber als man endlich drankam machte es ziemlich Spaß die 700 Meter lange Bahn hinunter zufahren. 

Als die 4 Tage in Lobbe vorbei waren, wechselten wir den Campingplatz und zwar nach Thiessow.  Dort wo das Drachenfestival stattfinden sollte. Als wir dort mit unserem Wohnwagen und unserem Auto ankamen, fingen wir sofort an uns einen Platz zu suchen und es uns dort gemütlich zu machen.


Die NDR2- Bühne war schon aufgebaut. Außerdem waren auch Bungee-Trampoline, eine Riesenrutsche,ein Essenszelt und vieles mehr schon da. Es war wenig Wind, für die Drachenflieger schlecht. Für die Kirche von ewigkite supergut. An diesem Tag wurde der Wind auch nicht mehr.


Am nächsten Tag dagegen ballerte der Wind schon früh morgens gegen den Wohnwagen. Es war so viel Wind, dass es sich nicht lohnte die Aufblasbare Kirche aufzubauen. Die Drachenflieger waren auch nicht begeistert, da zuviel Wind für sie war. An diesem Tag konnte auch leider die Riesenrutsche nicht aufgebaut werden. Alle hofften, dass am nächsten und damit auch am letzten Tag mehr Wind war, aber die Hoffnung verflog, als am nächsten Morgen nicht mal kleine Böen waren. Ab 15 Uhr war schon Aufbruchstimmung.


Und um 17 Uhr fuhren auch wir weg. Henrike (meine Schwester) und ich guckten während der Autofahrt Pippi Langstrumpf. Als wir endlich in Oldenburg ankamen rannte ich sofort in mein Zimmer, legte mich ins Bett und schlief ein!


Enno Hokema

Rügen 2010


Drachenfest auf Rügen - mit viel wenig Wind. Und wenig viel Wind.


Strahlend blauer Himmel, sonniges Wetter und sonnige Gemüter empfangen uns, als wir Oldenburger am Freitagmittag in Klein Zicker auf den Campingplatz rollen – zum ersten großen Drachenfestival auf der Ostseeinsel Rügen. Gemütlich wird aufgebaut, geguckt, wer noch sich so blicken lässt aus der Drachenszene, hier ein Pläuschchen, da ein Mit- Anpacken. Spätnachmittags füllt sich der Platz mit einer recht überschaubaren Menge von Besuchern. Die Atmosphäre bleibt locker, die Drachenschnüre auch – kein Wind!

Der nächste Tag beginnt mit dem kompletten Gegenteil: Der Wind braust über den Platz, dass spätestens jetzt jedem klar wird: Der Herbst hat begonnen! Es ruckelt und zuckelt an den Wohnwagen, Verpflegungszelten und Marktständen; kein Halten möglich für Drachen, Windspiele und aufblasbare Kirchen – das Drachenfest muss ohne Drachen weitergehen! Langweilig wird es aber keineswegs. Der NDR, eine Riesenrutsche für Kinder, luftdichte Wasserkugeln, in die man sich hineinsetzen und aufs Wasser kullern kann  und ein Bunjee-Trampolin sorgen für Unterhaltung und Vergnügen vor allem bei den jüngeren Besuchern des Drachenfestivals.

Am Sonntagmorgen scheint wieder die Sonne, als sei es nie anders gewesen, der Wind lässt wieder auf sich warten. Eine ideale Gelegenheit, sich für ein gutes halbes Stündchen auf den Schöpfer aller Dinge zu besinnen und in gemütlicher Kleingruppen- Atmosphäre in der aufgepusteten Strandkirche Platz zu nehmen. Hier hören die Besucher die Geschichte vom kleinen Drachen, der hoch hinaus will in die Freiheit und schließlich doch wieder glücklich in den Händen des kleinen Jungen landet, der seinen Drachen über alles liebt. Es wird gebetet, die Schöpfung besungen und Gott gedankt für sein Dabeisein in allen Wetterlagen des Lebens.

Der große Besucherandrang hat sich nicht eingestellt bei diesem ersten Rügener Drachenfestival. Lange Gesichter gab es trotzdem nicht: Es gab genügend Gelegenheiten zum fröhlichen Plaudern, zum Genießen der wunderschönen Natur, zum Bewundern mancher Einleiner- Drachen, die irgendwie auch ohne Wind am Himmel blieben.

Christine Müller-Hokema

Borkum September 2010

 

Drachenfest Borkum 2010

Irgendwie kam einem das bekannt vor. Hatte man nicht im vergangenen Jahr Ähnliches erlebt? Das Feuerwerk im Rahmen des Drachenfestes auf Borkum wurde aufgrund der herannahenden Wetterfront um ca. eine halbe Stunde vorverlegt. 
War das Feuerwerk 2009 noch nach wenigen Minuten im strömenden Regen untergegangen, so wurde man in diesem Jahr wenigstens nur auf dem Nachhauseweg naß, nachdem man die prächtige Himmelsillumination bestaunt hatte. Tausende hatten am Strand und an der Promenade ihr Augen gen Himmel gerichtet.

Irgendwie kam einem das bekannt vor. Hatte man nicht im vergangenen Jahr Ähnliches erlebt? Der Sonntag des Drachenfestes fiel buchstäblich ins Wasser. Wie im vorherigen Jahr, goss es am Sonntag den ganzen Tag wie aus Eimern. Die Drachenfreunde aus Norddeutschland, die extra nach Borkum angereist waren, um ihre Drachen-Kreationen zu zeigen, hatten am Sonntag keine Chance, den Himmel bunt zu machen.

Der Samstag aber war ein Tag vom Feinsten für alle Drachenbegeisterten. Bei ca. 4 Windstärken konnte fast alles ausgepackt werden, was die Drachenflieger in ihren Taschen hatten. Fliegende Großdrachen, kleine Lenkdrachen, drehende Turbine, flatternde Fahnen. 

Der strahlend blaue Himmel zeigte so manchen Farbtupfer und Besucher und Touristen hatten ihre wahre Freude an den originellen und aufwändig gestalteten Drachen. Für eine beeindruckende Flugschau sorgte wieder einmal das „Multiflight-Team“ aus Holland mit einer Tramontana-Vented –Formation. 

Für besonderes Aufsehen sorgten auch die Großdrachen des „Drachenpapstes“ Peter Lynn, der die von Uwe Schwettmann geplante „Inseltour“ begleitete.

Schmink- und Spielstände erweiterten das Programm für Urlauberkinder und Strandbesucher.

Zu erwähnen ist noch die aufblasbare Kirche von ewigkite.de, die erstmals vollständig auf Borkum aufgebaut war. In den letzten Jahren war nur der Kirchturm am Strand zu sehen. Mehrere hundert Besucher konnten in der Kirche begrüßt werden. 

Angenehm zurückhaltend, für die BesucherInnen sicher ideal, war die Moderation des Drachenfestes. Klare, kurze und präzise Erklärungen wechselten sich mit ruhiger Musik ab. Ein durch und durch nettes kleines Drachenfestival, welches seinen Charme durch die reizvolle Platzierung direkt am Nordstrand von Borkum erhält. Seinen Blick kann man über die mit alten Häusern gesäumte Promenade hin zur vorgelagerten Seehundbank und über die Weite des Sandstrandes, der gerne von Buggyfahren genutzt wird, schweifen lassen. Dünen laden zum Verweilen ein. 

Der bei Flut teilweisemit Wasser vollgelaufene Strand bietet ein ideales Übungsrevier für Kitesurfer.

Borkum – eine ideale und vielfältige Insel, was die Ausrichtung von Drachenfestivals und alle mit Drachen verbundene Sportarten angeht. Drachenfest Borkum 2011 – hoffentlich kommt da einem dann nicht Vieles bekannt vor.

 

Verleihung Missionspreis

Dabei gewesen …
bei der Verleihung des Missionspreises 2008 von "Andere Zeiten e.V"

Pfingstmontag 2008

Die Sonne scheint, ein leichtes Lüftchen weht, Hamburg feiert seinen 819. Hafengeburtstag und zeigt sich von seiner schönsten  Seite. Ich selbst bin gut gelaunt und gespannt auf die Dinge, die da kommen. Gemeinsam mit meiner Frau, die bestens zur schönsten Seite Hamburgs passt, suche ich – weißes Hemd, etwas abgetragene Jeans und recht schmuddelige  Schuhe  und dazu noch eine Frisur, die dringend nach einem Friseur schreit, wie ein netter Kollege mir etwa später sagen wird – in der Fischers Alle die Hausnummer 26. Da ist er also beheimatet, der andere Verein. Andere Zeiten e.V.. 

Vor einer netten Villa unweit der Elbchaussee lässt der Lieferwagen eines Cateringservices auf Gutes hoffen. Freundliche Begrüßung. „Ach Sie sind …“, „ja, ich bin und Sie sind also diejenige…“ Inmitten der illustren Gesellschaft  ein bekanntes Gesicht. Frau Modersohn.

Meine Hamburger Studentenzeit taucht in der Erinnerung auf. Frau Modersohn war eine der guten Seelen der bekannten evangelischen Buchhandlung  Tuchel in Hamburgs Innenstadt. „Tuchel“ gibt es nicht mehr und Frau Modersohn erlebt jetzt andere Zeiten. Gemeinsame Erinnerungen werden ausgetauscht. Vier oder fünf Mal habe ich – wie viele andere Theologiestudenten auch – bei „Tuchel“ Inventur gemacht. Jahr um Jahr gab es ein gutes Mittagessen, Bargeld und einen dicken Büchergutschein. Einige Kommentare des EKK zeugen bis heute von den Tuchel-Inventuren.  Wie schön, dass Frau Modersohn die  Dozenten des Theologischen Seminars, welches bis  Ender der 90iger Jahre in Hamburg beheimatet war, in guter Erinnerung hat. 

Erinnerungen an Wiard Popkes werden wach. Im vergangenen Jahr habe ich seinen Sarg mitgetragen. Trauer  mitten am strahlend hellen Sommertag. Dann gibt es die ersten Häppchen.

Und das erste „Stößken“: „Auf ihr, unser, aller Wohl“. Ein Kostverächter bin ich ja wahrlich nicht, aber mit dem Alkohol lasse ich es momentan etwas sein. Ich stürze mich auf die leckeren Pflaumen im Speckmantel – das französische Wort (ich habe es vergessen) für „Gaumenkitzler“ wird mir von irgendwo her entgegengeweht.

Noch ein bekanntes Gesicht. Mehr noch. Vertraut. Götz hat die Einladung angenommen und ist gekommen. Man braucht vertraute Menschen, wenn man in einer Umgebung ist, die man sonst nicht kennt. Plötzlich bin ich sehr vertraut. „Dass wir das noch miteinander erleben!“ Lächeln, feixen, fröhlich sein. Ein Clown torkelt durch die Menschenmenge, die gar nicht so mengig ist. 60 Leute? 80 vielleicht? Irgendwie interessieren sich aber nur die paar Kinder für die Clowneinlage. Man setzt sich, klönt ein wenig. Noch ein Häppchen? Geht schon.

Ich sehe lauter bekannte Hamburger Gesichter. Zumindest bekannt aus der Hamburger kirchlichen Szene. Und da ist er auch. Der emeritierte katholische Theologieprofessor aus Hamburg (jetzt München). Dass ich den mal leibhaftig erlebe… . Er gehört zur Jury, die den Missionspreis vergibt. Irgendwie komme ich mir fehl am Platze vor.

Ein paar mehr Bilder von der Preisverleihung

Meine Gedanken schweifen ab. Wieder Hamburg. Es rührt mich schon ein wenig an, dass meine erste, einzige und geliebte Gemeinde, in der ich „ganz normaler“ Jugend- und dann noch normalerer Gemeindepastor war, nur ein paar hundert Meter Luftlinie von hier entfernt liegt. Was habe ich in dieser Stadt nicht alles erlebt?  Ich glaube, ich werde älter. Das hört sich hier ja schon fast wie meine Memoiren  an.  Was soll`s?  Ich schreibe weiter! Menschen fallen mir ein, die ich und die mich in Krisen begleitet haben. Peinliche Predigten, die ich gehalten habe und ehrfurchtseinflößende Gottesdienstbesucher in der Blankeneser  Kirche. Und Menschen mit Sorgen. Und Nöten. Und 50 gestandete Kinder aus Tschernobyl. Und die Musiker vom Phantom. Und die Kirchenrückwand. Und Ärger. Und rauschende Feste.  Da bin ich wieder. Das Fest rauscht so vor sich hin. Nett ist es, einfach nett.
Und dann:

 

„Sehr geehrte Damen und Herren!“
Pastor Westphal als Vereinsvorsitzender begrüßt die Anwesenden.  Es gibt ja Menschen, die haben es einfach drauf mit der Sprache. Und mit dem Inhalt. Und die haben es auch drauf, den Inhalt des christlichen Glaubens so zur Sprache zu bringen, dass man mehr als Bahnhof versteht. Er ist offensichtlich  so einer. Beeindruckend. Zumindest für mich. Ein ausgeschriebenes Konzept suche ich bei ihm vergeblich. Ach wären  meine Konzeptansprachen doch nur halb so konzeptlos wie seine konzeptlose  Ansprache. Klasse. Dann ein Lied. Feinste Begleitung. Cello und Gitarre. Extra aus Dresden angereist. Die Hamburger Musiker waren bestimmt alle beim Hafengeburtstag. Nein, nein, war schon ein Hörgenuss. Und vernünftig gesungen hat die versammelte Kirchenmannschaft auch. Und inhaltsträchtige und für mich melodiös ansprechende Lieder. Wieder ein abschweifender Gedanke: Ich sehne mich in Gottesdiensten, die ich erlebe, nach solchen Liedern. Die Texte und Melodien mancher modernen Lieder sind – wie schrieb neulich noch jemand in einem Leserbrief -  „intellektuell und theologisch kaum noch zumutbar“. Oder so ähnlich.


Dann die Laudatio. Festansprache.
Pastorin Andrea Schneider geht hinter das Pult und hält eine Ansprache, in der sie immer wieder die „alte Dame Kirche“ anspricht. Und dass doch mit den Projekten und Initiativen, die von Andere Zeiten ausgezeichnet werden, deutlich wird, dass mancher frischer Wind in der Kirche weht und dass man noch lange nicht den Kopf in den Sand stecken muss. Recht hat sie. Finde ich. Die meiste Zeit  verwendet sie dann auf den 1.Preisträger. Das ist auch angemessen.

Das Kirchenschiff in St.Peterording hat alle Jurymitglieder auf Anhieb überzeugt. Und das aus 91 Bewerbern. Sogar der Bürgermeister von St.Peter ist angereist, um den evanglischen und katholischen KollegInnen Geleitschutz beim Empfang des Preises zu geben. Dann Händeschüttel, Urkunde  und das Vasen-A überreichen und „Blitz“. Ein Cafeprojekt folgt und dann ein paar nette Worte zu ewigkite.de. Hände, Urkunde und Blitz.

Wie die anderen Preisträger bedanke ich mich – ist mein Hemd eigentlich wirklich weiss oder sind sämtliche Flecken(auch die der Vergangenheit) zu sehen?- . Ich versuche zum Ausdruck zu bringen, dass ich mich freue, dass ewigkite.de gerne im ökumenischen Kontext arbeitet, dass es in keiner Weise darum gehen kann, irgend eine Konfession gegenüber einer anderen hervorzuheben, dass ich mit dem Gewinn nicht gerechnet habe, dass ich mich aber riesig freue, denn seither kann es mit der Arbeit von ewigkite.de so richtig losgehen. Ich denke noch mal kurz dran, dass ich das Konzept schon knapp zwei Jahre in der Schublade hatte, dass es aber – wie bei fast allen meiner Ideen- mal wieder am Geld gescheitert war. Auf die Idee, an einem Wettbewerb teilzunehmen war ich bisher allerdings noch nicht gekommen. Wo ist der  nächste Wettbewerb? Kann ich noch mal gewinnen? Ich habe da eine Idee… . Jetzt aber langsam.  Und immer auf dem Boden bleiben. Wobei: das leichte Schwebegefühl, das ich im Januar beim Anruf von Andere Zeiten, in dem mir der Gewinn mitgeteilt wurde, hatte, das habe ich in diesem Moment auch wieder.
Das letzte Projekt wird belobt. Dann noch ein paar ausleitende Worte. Lied. Gebet. 

Essen. Oh, wie lecker. Und das alles bei Sonnenschein in einem lauschigen Garten in Hamburg. Sämtliche Ernährungstipps spielen heute keine Rolle. Ich lasse es mir schmecken. Und es schmeckt. Lauter gute Sachen. Fein, feiner, vom Feinsten. Beim Nachtisc h fallen dann alle kalorienbewussten Hemmungen. Weder Brigitte-Diät noch Trennkost hätten hier eine Chance. Wie will man denn auch Sahne von Pudding mit Kuchenfüllung und Früchten trennen? Gespräche hier und da. Nein, ich habe keinen Bock darauf, Kontakte zu knüpfen, um irgendwas „zu drehen“. Ich genieße einfach den Tag. Ein kurzer Kontakt zu den Leuten aus St.Peter ergibt sich. Ja, wir können mal etwas gemeinsam machen. Das wäre doch was, wenn zwei Preisträger mal gemeinsam  „auftreten“. Unsere E-mailadressen werden wir finden. Natürlich in der Broschüre, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Meine Güte, die Andere Zeiten –Leute haben echt Gas gegeben, was diesen Tag angeht! Sie waren weder mit Arbeit, noch mit Mühe, Zeit oder Geld geizig. Eine Vierfarbbroschüre informiert über die Preisträger und viele andere gute Projekte. Keinen Ahnung, warum gerade ewigkite.de gewonnen hat. Aber schön ist es trotzdem. Auch das lauschige Miteinander. Es erklingt herrliche Musik – brasilianisch angehaucht. Laues Sommerlüftchen. Jetzt noch ein Tasse Kaffee. Das Leben ist so schön.

Und dann der Holländer. Also Hollander heißt er und Holländer ist er. Wir haben unseren Spaß. Insbesondere als ich ihm dann noch meinen Nachnamen nenne und er sofort Bescheid weiß, dass meine Vorfahren aus dem Land kommen müssen, welches ihm seinen Namen gegeben hat. Der Holländer Hollander ist der Fotograf des Tages – vergnügt posiere ich auf der Gartenbank (die so stilvoll ist wie alles andere an diesem Tag). Gruppenfoto. Auch lustig.

 
Dann noch ein Interview für die Kirchenredaktion vom NDR, FFN und so. Das macht mir Spaß. Ja, ich rede gern. Soll ich mir das abgewöhnen?  Vielleicht eher mal das Zuhören dazu angewöhnen. Ein nettes Interview. Fröhlich drauf los.  Ja, den Sendetermin hätte ich gerne. Mal hören.

Hier und da noch ein kleines Pläuschen. Immer die nette Musik im Hintergrund.  Und dann geht auch die schönste Preisverleihung dem Ende entgegen. Und die Schönste geht mit mir aus dem herrlichen Garten durch das schöne Haus auf die ganz normale alltägliche Straße auf den Weg nach Hause.

Da ist er wieder: der Alltag. Noch immer scheint die Sonne. Aber spätestens morgen wird es nicht mehr so glänzend sein. Auch gut. Ich würde zu übermütig und zu dick werden.

Ein paar mehr Bilder von der Preisverleihung

Bremen Vier

„Hallo, Herr Hokema. Hier istAxel P. Sommerfeld von Bremen Vier. Haben Sie meine E-Mail erhalten? Können Sie als Überraschungsgast zur „Intensiv“-Livesendung morgen Abend nach Bremen kommen?“

Wie? Was? Ich? Na gut. Der Redakteur der Sendung war durch einen Zeitungsbericht auf die Aufblasbare Kirche aufmerksam geworden. Ein paar Worte hin und her. „Ja, ist gut, ich komme.“
Leichte Adrenalin-Ausschüttung. Na ja, ich habe ja noch einen Tag. Vorbereiten kann ich mich nicht. Denn auch der Überraschungsgast ist überrascht.

Kurz im Netz recherchieren, um was für eine Sendung es sich handelt. Aha. Tatsächlich komplett überraschend. Nichts ist vorbereitet. Der Moderator Peter Mack wird mich erst sehen und kennen lernen, wenn ich ins Studio komme. Na gut.


Mittwoch, 2.Juli. Ein fast ganz normaler Tag. Von morgensbis nachmittags arbeite ich mich durch dutzende von Mails, die seit Tagen oder Wochen im Postfach liegen. Und das bei der Hitze.
Mit Matschbirne gehe ich gegen 16.30 Uhr mit Rike kurz zum Abkühlen in den Mardersee um die Ecke. Herrlich.

Dann noch Auto auspacken (die Kirche ist vom Wochenende noch immer im Kofferraum), die von Stefan genähten Bahnen für den Weltkarten-Kite einmal ausrollen und anschauen (leichtes Gänsehautkribbeln überkommt mich, da ich mir jetzt so richtig vorstellen kann, wie die 100 qm aussehen werden), unter die Dusche (kann man das im Radio eigentlich riechen?) und ab nach Bremen (vorher noch kurz bei Alex die Bahnen für den Weltkartenkite abgegeben).
Auf der Fahrt höre ich natürlich Bremen Vier und frage mich, wie der Peter Mack wohl aussieht. Seine Stimme kenne ich jetzt zumindest.

Ein paar Fotos von Bremens Weser. Radio Bremen liegt mit seinem Neubau direkt an der Weser. Nett. Das Gebäude kenne ich schon aus dem Januar, als ich ein paar Morgenandachten für einen anderen Sender dort aufgenommen habe. Und irgendwie sehen die Studios dann doch alle gleich aus.
Hoch in den vierten Stock. Freundlich werde ich begrüßt. Einen Kaffee wünsche ich mir. 5 Minuten vergehen. Dann die Frage aus der kleinen integrierten Küche „Weißt du, wie diese Senseo-Dinger funktionieren?“ Na gut, nehme ich halt Wasser. Und dann geht’s auch los.

Ich gehe ins Studio. Peter Mack begrüßt mich. Ein paar Worte hin und her und dann kommt die Einspielung, in der er wenigstens ein wenig über mich erfährt. Na ja, und dann entwickelt sich das Gespräch. Ich schaue auf die Uhr. 10 nach 9 oder so. Und ich wundere mich. Wir reden und reden und reden. Über die Aufblasbare Kirche, über den Papst, über Gottesdienste, Messen, Pastoren und Priester und auch über ewigkite.de.

Die Atmosphäre der Unterhaltung wird nur durch die vielen technischen Geräte gestört, die uns trennen. Hier ein Mikro, dort ein Bildschirm. Hier ein Kabel, da eine mal mehr mal weniger oder gar nicht blinkende Lampe. Während wir so reden denke ich: „Das kann doch gar nicht sein, dass sich der jetzt eine halbe Stunde oder sogar 40 Minuten am Stück mit dir unterhält.“ Ich dachte, dass es solche Sendungen schon gar nicht mehr gibt. Allem Anschein nach doch. Und mir gefällt das Format der Sendung sehr. Man könnte fast meinen, man sitzt im Wohnzimmer. Wäre da eben nicht der ganze Technikkram.
Dann ein Lied zur Unterbrechung. Peter Mack reicht mir seine Wasserkaraffe über den Studiotisch. Ob ich ihm das Wasser reichen kann? Er ist ein echter Moderatoren-Profi. Ihm fällt immer etwas ein. Und schlagfertig ist er. So geben wir uns die Fragen und Antworten in einem flotten Dialog. Manchmal werde ich etwas zu langsam – liegt am Denken; dazu brauche ich immer ein wenig.

Nach dem einen Musikstück geht es nochmal 20 Minuten weiter. Unglaublich. Zwei Männer unterhalten sich länger als 5 Minuten. Ich vergesse sogar, dass die Hörer „da draußen“ mithören. Am liebsten würde ich noch ein wenig persönlicher werden, aber irgendwie geht das nicht so richtig. Nun denn. Mir macht es auf jeden Fall richtig Spaß.

Tja, und dann ist es auch schon 10 vor 10. Wir sagen „Amen.“

Ein kleiner Klönschnack über dies und das (die Technik, wie so eine Sendung zusammengestellt wird, interessiert mich) und ein Kurzbesuch auf der ewigkite.de-Homepage inkl. Erinnerungsfoto machen schließen sich an. Nett, der Peter Mack. Einfach freundlich und fröhlich drauf. Gott erhalte ihm seine Art.

Ich gehe durch die langen Flure. Komme unten aus dem Sender raus. Und da steht er.
Mattäjet! „Ich habe dich gerade im Radio gehört und dachte, dass ich mal hallo sage!“ Mattäjet und Martje habe ich im vergangenen Jahr getraut. Eine herrliche Hochzeit! Gerne denke ich daran. Und an die Beiden.
Und das finde ich total süß, dass Mattäjet jetzt vor dem Sender steht. Es ist einfach klasse, wenn sich „alte“ und „neue“ Zeiten verbinden. Martkje und Mattäjet kenne ich aus meiner Zeit als Jugendpastor. Und jetzt bin ich halt ein Tacken älter. 10 Minuten klönen mit Mattäjet. „Wir sehen uns wieder!“

Auf dem Weg nach Hause höre ich einen Live-Mitschnitt von Coldplay. Geile Musik. Bremen Vier.

 


Bilder aus Bremen und aus dem Bremen Vier-Studio